Amaranth - Was ist Amaranth und wie gesund ist er?


Amaranth

Amaranth ist eine Nutz- und Zierpflanze, die von Menschen seit Jahrtausenden kultiviert wird. Bereits den Völkern der Maya, Inka und Azteken diente sie als Grundnahrungsmittel. Zudem wies man der Pflanze in diesen Hochkulturen lebensverlängernde Eigenschaften und eine Steigerung der Abwehrkräfte zu.

Heute nutzt man vor allem die Samen der Amaranth-Pflanze. Sie besitzen einen hohen Nähr- und Sättigungswert, sind dabei aber völlig glutenfrei und haben einen überdurchschnittlich hohen Gehalt an Eisen und Kalzium. Das macht sie besonders für alternative Ernährungsformen interessant, bei denen auf tierische Lebensmittel weitgehend verzichtet wird. Leistungssportler wissen die kleinen, aber feinen Körner daher genauso zu schätzen wie Menschen, die zu Allergien neigen. Da sein Anteil an Kohlenhydraten niedriger als der von Getreide ist, eignet sich der Amaranth auch für eine kalorienbewusste Ernährung im Rahmen einer Diät.



Herkunft und Sorten

Weltweit gibt es an die hundert verschiedenen Sorten, die auf allen Kontinenten der Erde heimisch sind. Am wohlsten fühlt sich der Amaranth in warmen, trockenen Gebieten, ist aber ansonsten relativ anspruchslos. Die meisten Sorten finden sich in Nordamerika. Dort sind knapp 40 Arten des Amaranth erforscht. Sie alle zählen zur Familie der Fuchsschwanzgewächse. Diese Pflanzenarten zeichnen sich durch ihre verzweigten Samenstände aus, in denen die feinkörnigen Samen heranwachsen. Die Rispen des Amaranth können mehr als einen Meter lang werden.

Neben den ursprünglichen Anbaugebieten in den Hochlandregionen Mexikos, Nepals und Indiens ist der Amaranth mittlerweile in ganz Europa und den USA verbreitet, sogar in Deutschland wächst die Pflanze erstaunlich gut. Einige Sorten des Amaranth werden aufgrund ihrer cyclam- bis weinrot gefärbten, buschigen Samenrispen auch gerne als dekorative Gartenpflanze angebaut.
Darüber hinaus gibt es Amaranth-Sorten, die ausgeprägte, grüne oder bunte Blattstände aufweisen. Sie werden in manchen Regionen als reine Gemüsepflanzen kultiviert.



Pseudo-Getreide Amaranth

Der Amaranth gehört botanisch gesehen nicht wie die Getreidepflanzen zu den Süßgräsern, sondern zu den Fuchsschwanzgewächsen. Da seine Samen aber ähnlich wie Getreide weiterverarbeitet werden können, bezeichnet man ihn oft auch als „Pseudo-Getreide“.



Inhaltsstoffe und Nährwerte

Charakteristisch für den Amaranth ist sein feiner, zart-nussiger Duft und Geschmack.
Sein hoher Anteil an leicht verwertbaren Kohlenhydraten sorgt für ein gutes Sättigungsgefühl bei gleichzeitig niedriger Kalorien-Anzahl. In ihm sind viele Ballaststoffe enthalten, die für eine geregelte Verdauung sorgen.
Amaranth ist ein sehr guter Mineralstoff-Lieferant. Seine Anteile an Eisen, Zink, Kalium, Kalzium und Magnesium sind beachtlich. Außerdem verfügt er über eine ganze Menge an Proteinen und Fett. Hervorzuheben ist dabei sein natürlicher Gehalt an essentiellen – also lebenswichtigen – Aminosäuren wie dem Lysin, das der Körper selbst nicht bilden kann und das deshalb mit der Nahrung aufgenommen werden muss. Lysin soll Studien zufolge auch ein ungehemmtes Zellwachstum verhindern und so der Bildung von Krebszellen entgegenwirken.
Er ist zudem reich an Vitamin C, dazu an Alpha-Linolensäure und Linolsäure, die ebenfalls zu den essentiellen Fettsäuren gehören und von denen der Amaranth sehr viel mehr aufweisen kann als eine vergleichbare Menge an Getreidekörnern.

Gerade für Vegetarier und Veganer interessant, ist das qualitativ hochwertige Eiweiß, das Amaranth zu bieten hat. Die biologische Wertigkeit des in ihm enthaltenen Eiweißes ist sogar deutlich höher als das in den meisten anderen pflanzlichen Lebensmitteln.



Verwendung in der Küche

Grundsätzlich können Sie Amaranth genauso zubereiten wie Hirse oder Reis. Man rechnet auf eine Tasse Körner etwa zwei bis drei Tassen Wasser. Wie Reis wird auch der Amaranth am besten kurz aufgekocht, anschließend lässt man ihn bei geringer Hitze etwa 25 – 30 Minuten ausquellen.

Aufgrund seines milden, unaufdringlichen Geschmacks eignet sich der Amaranth sowohl zur Zubereitung von herzhaften, wie auch süßen Gerichten.
Die gegarten Körner finden ihre Verwendung als Einlage in Suppen, Aufläufen oder gefülltem Gemüse wie beispielsweise Tomaten oder Zucchini. In Kombination mit frischem Gemüse oder Pilzen lassen sich mit ihnen wunderbare Gemüsepfannen kreieren. Sie können ihn aber auch einfach – leicht gewürzt – als Beilage zu Fleisch- oder Fischgerichten reichen.
Die Zugabe von Amaranth wertet das morgendliche Müsli auf oder verfeinert verschiedene Arten von Desserts und Pudding.
Wenn Sie gerne Brot oder Gebäck backen, können Sie den Teig nach Geschmack durch Hinzugabe von Amaranth aufwerten. Hier kommt etwa ein Teil Amaranth auf zwei Teile Mehl.



Amaranth – gekocht oder gepufft?

Amaranth muss nicht zwingend gekocht werden, man kann ihn auch roh essen. Allerdings sollten die Körner dazu vorher in einer Getreidemühle gemahlen werden.
Durch das Garen oder Puffen des Amaranths kommt übrigens sein Geschmack besser zur Entfaltung. Überdies werden dadurch eventuell enthaltene Bitterstoffe neutralisiert. In dieser Form ist der Amaranth auch bekömmlicher, und seine zahlreichen Nährstoffe werden so vom Körper besser verwertet.

Gerade in gepuffter Form wird Amaranth inzwischen sehr häufig verwendet, besonders als Zutat in Müsli, Getreidebrei oder anderen Süßspeisen. Sie können zusammen mit Nüssen, Trockenfrüchten, Getreide- oder Kokosflocken und anderen Zutaten Ihrer Wahl unter Beimischung von geschmolzener Schokolade Ihre eigenen „Müsli-Riegel“ herstellen. In der veganen Version wäre dies auch mit einer Mischung aus Kokosöl und Kakao möglich.
Amaranth-Pops sind leicht in der eigenen Küche herzustellen: einfach eine beschichtete Pfanne erhitzen, den Boden mit den Körnern bedecken, Deckel auflegen und die Pfanne vom Herd nehmen. Eine kurze Hitze-Zufuhr reicht; die Körner poppen sehr schnell auf.



Der Amaranth und seine Heilwirkung

Bei den Ureinwohnern Südamerikas wurde der Amaranth als Mittel gegen Blutarmut verabreicht. Er soll zudem eine blutreinigende und blutungsstillende Wirkung haben.
Wissenschaftlich nachgewiesen ist auch sein positiver Einfluss bei Schlafstörungen, chronischen Erschöpfungszuständen und der Neigung zu Depressionen. Und nicht zuletzt fördert er die Leistung des Gehirns und stärkt ganz allgemein das Immunsystem.





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